Verhinderungspflege

Auch Menschen, die Angehörige pflegen, sind einmal verhindert und können die Pflege für einen bestimmten Zeitraum nicht durchführen.

Verhinderungspflege können Sie zum Beispiel erhalten,

  • wenn Ihre Pflegeperson krank ist
  • wenn Ihre Pflegeperson Urlaub macht
  • wenn Ihre Pflegeperson wichtige Termine hat

Von der Pflegeversicherung erhalten Sie in solchen Fällen pro Kalenderjahr für bis zu sechs Wochen die sogenannte Verhinderungspflege. Die Pflegeversicherung übernimmt Kosten bis zu 1.612 Euro für die Vertretung Ihrer privaten Pflegeperson. Dieser Höchstbetrag gilt unabhängig von Ihrer Pflegestufe – auch dann, wenn Sie in die sogenannte Pflegestufe 0 (Hilfebedarf unterhalb der Pflegestufe 1) eingestuft wurden. Diese Leistung können Sie erstmals bekommen, wenn Sie mindestens sechs Monate lang zu Hause von Ihrer privaten Pflegeperson gepflegt worden sind.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit bis zu 50 Prozent Ihres Anspruches auf Kurzzeitpflege (max. 806 Euro) zusätzlich für die Verhinderungspflege zu verwenden, sofern dieser noch nicht für Kurzzeitpflege verwendet wurde.
Das Pflegegeld erhalten Sie während der Ersatzpflege bis zu vier Wochen je Kalenderjahr zur Hälfte weiter.
Falls Sie eine stundenweise Ersatzpflege benötigen wird diese nicht auf die maximal möglichen sechs Wochen angerechnet, sondern nur auf den Höchstbetrag von 1.612 Euro. Mehr als 1.612 Euro pro Kalenderjahr darf die Pflegeversicherung für die Ersatzpflege pro Kalenderjahr nicht bezahlen, sofern keine Übertragung aus dem Kurzzeitpflegeanspruch gewählt wurde.

Kurzzeitpflege

Viele Pflegebedürftige sind nur für einen begrenzten Zeitraum auf stationäre Pflege angewiesen. Dann können sie die Kurzzeitpflege in einem zugelassenen Pflegeheim nutzen.

Kurzzeitpflege können Sie zum Beispiel erhalten,

  • wenn sich Ihr Gesundheitszustand kurzfristig verschlechtert hat,
  • wenn Ihre Pflegenden plötzlich ausfallen, zum Beispiel, weil sie krank geworden sind,
  • oder wenn nach einem Krankenhausaufenthalt noch keine angemessene häusliche Pflege für Sie organisiert werden konnte.

Spezielle Plätze für die dann notwendige Kurzzeitpflege gibt es in fast allen zugelassenen Pflegeheimen. Unter den zugelassenen Häusern können Sie sich die Pflegeeinrichtung selbst auswählen.

Von der Pflegeversicherung erhalten Sie für die Kurzzeitpflege bis zu 1.612 Euro – für bis zu vier Wochen pro Kalenderjahr. Diese Leistung erhalten Sie unabhängig von Ihrer Pflegestufe, das heißt auch bei der sogenannten Pflegestufe 0 (Hilfebedarf unterhalb der Pflegestufe 1).

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit bis zu 100% Ihres Anspruches auf Verhinderungspflege (max. 1.612 Euro) zusätzlich für die Kurzzeitpflege zu verwenden, sofern dieser Anspruch noch nicht für Verhinderungspflege verwendet wurde. Dadurch verlängert sich der Zeitraum der möglichen Inanspruchnahme der Kurzzeitpflege auf bis zu acht Wochen.

Das Pflegegeld erhalten Sie während ihrer Kurzzeitpflege für maximal vier Wochen zur Hälfte weiter.


Zusätzliche Betreuungsleistungen

Je nachdem, wie gestört die Alltagskompetenz des Patienten ist, erhält er Leistungen im Wert von 104 oder 208 Euro monatlich.

erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz 104 €
Fähigkeiten noch stärker begrenzt 208 €

Wie stark die Alltagskompetenz eingeschränkt ist, beurteilt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung.

Auch Pflegebedürftige mit der Pflegestufe 1 bis 3, die geistig noch gesund sind, können bis zu 104 Euro monatlich für zusätzliche Betreuungsleistungen erhalten. Bis 31.12.2014 war die Leistung Menschen mit dauerhaft eingeschränkter Alltagskompetenz vorbehalten.